Es gibt doch dieses schöne Lied von Alicia Keyes namens Empire State of Mind, in dem sie davon singt, wie sehr New York inspiriert. Aus erster Hand kann ich jetzt sagen, New York inspiriert wirklich, vor allem, wenn man jetzt schon die zweite Woche da war.

Die Stadt die niemals schläft hat diese Bezeichnung zurecht verdient. In unserem Hotel in Brooklyn waren wir direkt an einer großen Kreuzung mit 7 Minuten Fußmarsch zur nächsten Subway (die U-Bahn, nicht das Restaurant). An der Kreuzung konnte man durch die großen Häuser die Manhattan Bridge blitzen sehen. Mit „wir“ meine ich im Übrigen mich und meine PPP-Genossen. Hauptsächlich war ich mit Felix, Florian, Konstantin und Zaklina unterwegs, manchmal aber auch alleine.

Man denkt ja, dass New York sehr romantisch ist. Abgesehen von dem Müll, der ab einer gewissen Uhrzeit jeden Tag auf dem Bürgersteig gestapelt wird, den ständigen Baustellen, das dauernde hupen der Autos, die wahnsinnig hohen Preise, der 200 Jahre alte Kaugummi, der auf dem Weg plattgetreten ist und dem leichten Rattenproblem (wir haben leider nur eine in der Subway gesehen, hätten eigentlich mehr sein müssen) ist New York die erste Stadt, in der ich mich als Kind vom Dorf eigentlich recht wohlfühle. Zumindest in den Teilen von Brooklyn und Manhattan.

New York, Reise Nummer 2

Aber von vorne. Meine Reise hat ja eigentlich drei Wochen nach meinem ersten NYC Besuch angefangen, in der Früh um 1:30 Uhr. Jeder der mich kennt weiß, dass ich absolut kein Morgenmensch bin. Ich bin dann nach Frühstück etc. Richtung Charleston gefahren, das sind ca. 2 Stunden mit dem Auto nach Norden. Charleston hat den am nächsten liegenden Flughafen. Der Yaeger Airport ist ziemlich klein und um die Uhrzeit in der Früh ist dort noch tote Hose. Die TSA (Grenzkontrolle) hatte auch noch gar nicht offen. Für ein paar Minuten war ich in dem Flughafen tatsächlich alleine, bis ich endlich mein Gepäck abgeben konnte. Das war auch das erste Mal, das ich in der First-Class geflogen bin, weil das Upgrade umgerechnet 40€ gekostet hat. Bei American Airlines sieht das aber eher wie Economy Plus aus, nur das wir eine Flugbegleiterin nur für uns hatten (mit mir 3 Leute in der First-Class).

Nach gerade einmal einer Stunde in der Luft sind wir dann auch pünktlich zum Sonnenaufgang über das Lincoln Memorial geflogen und am Washington Reagan Airport gelandet. Im Vergleich zum Washington Dulles ist der Reagan Airport 1000 Mal schöner. Für mich ging es dann mit einem Uber zur Union Station, da ich ja erst in Washington D.C., aber noch nicht in New York war. Mit Amtrak bin ich dann ca. 4 Stunden nach New York gefahren und hab mich vom Madison Square Garden wieder von einem Uber zum Hotel nach Brooklyn fahren lassen.

Im Hotel eingecheckt, habe ich mich für die Woche mit etwas Proviant eingedeckt und bin dann aber im Hotel geblieben, da ich mir das Zimmer mit drei anderen PPPlern (Konstantin, Florian und Felix) geteilt habe. Konstantin ist dann nachts um halb 2 im Hotel eingetrudelt, die anderen beiden erst im Laufe des nächsten Tages. Mit Konsti habe ich am nächsten Morgen dann erst mal fast das Frühstück verpasst, aber nach einer kurzen Stärkung sind wir dann auf zu Fuß um Brooklyn etwas zu erkunden.

Brooklyn und Manhattan

Wenn ich an Brooklyn denke, fällt mir fast zuerst die Serie „Brooklyn 99“ ein, eine Komödie-Polizei-Serie, die im fiktiven 99. Revier von New York in Brooklyn spielt. In New York gibt es nur 98 Polizeireviere, aber für die Außenaufnahmen zwischen der Handlung hat man das 78. NYPD Precinct in der 65 6th Avenue gefilmt. Also sind wir dort hin und haben ein paar Bilder gemacht. Ich liebe es, zu Orten in Amerika zu gehen, an denen berühmte Szenen aus der Filmindustrie entstanden sind.

Abends haben wir uns mit allen PPPlern vor dem Rockefeller Center getroffen, um den schönen Baum anzusehen. Auch die Lichtershow von Saks, dass ja gleich gegenüber ist, haben wir uns angesehen. An einem anderen Abend sind wir in eine Bar gegangen, bei der wir für zwei Shotglas-Große Cocktails mehr als 40$ gezahlt haben. Dafür war dort die Live-Musik sehr gut.

Allgemein habe ich während dieser Woche bestimmt 500 Bilder geschossen, wahrscheinlich sogar mehr Darunter viele verschiedene Winkel von der Manhattan und Brooklyn Bridge, der Skyline, der Freiheitsstatue und vom Time Square. Da ich ja mit Heiko schon ein paar Wochen zuvor in New York war, bin ich bei den meisten Sightseeing Attraktionen wie das Rockefeller Center oder auf die Aussichtsplattform des Empire State Buildings nicht nochmal mit gegangen. Stattdessen habe ich eher die Sachen gemacht, für die wir in der Woche keine Zeit mehr hatten.

Sightseeing

Dazu gehört unter anderem, zur Freiheitsstatue zu fahren. Diese Statue von nahem zu sehen, wirklich davor zu stehen und nicht nur Dokus darüber im Fernsehen anzusehen, war sehr beeindruckend.

Dennoch hatte ich sie mir einen ticken größer vorgestellt. Auf der Insel ist auch ein kleines Museum, das die Geschichte von der Planung bis zur Fertigstellung anschaulich beschreibt und sogar die originale Fackel ausgestellt hat, sowie einen originalgetreuen Fuß aus Kupfer. Dabei habe ich leider keine vernünftige Erklärung gefunden, warum die unteren Zacken der Krone unterschiedliche Winkel haben und somit überhaupt nicht symmetrisch sind. Auf dem Weg zurück mit dem Boot ist dann auch schon die Sonne unter gegangen und man hat langsam die Lichter der Skyline gesehen. Dazu stand der fast volle Mond genau über der Skyline – ein wahnsinnig schöner Anblick!

Mit der Subway zu fahren hat sich einfacher herausgestellt als Heiko und ich in der ersten Woche New York dachten. Man kann nämlich einfach Google Maps benutzen. Dank der Subway kommt man aus Brooklyn auch relativ zügig nach Manhattan direkt über die Manhattan Bridge.

Ich bin durch den Central Park spaziert und war dort auch im Zoo. Durch die Filme und Serien mit den Pinguinen aus Madagascar war ich eigentlich ziemlich sicher, wie der Zoo aufgeteilt ist. Das in dem mittleren Wasserbecken mit der kleinen Felshöhle aber dann keine Pinguine drin waren, sondern die Seerobben, hat mich dann schon etwas enttäuscht. Der Zoo ist ziemlich klein, weshalb ich damit auch schnell fertig war.

Ein weiteres persönliches Highlight war der offizielle Harry Potter Store an der 5th Avenue. Bei 5th Avenue sollten alle Alarmglocken läuten, denn in dieser Straße sind alle teuren Schicki Micki Läden Wie Prada, Tiffany’s, Gucci usw., mir war das aber in dem Moment relativ gleich, ich wollte schon immer mal in diesen Store seit der Eröffnung. Ich war leider auch nicht die Einzige, denn ich habe über zwei Stunden warten müssen. Aber die riesen Tüte mit Dumbledores Gesicht drauf ist Beweis genug, dass mich das nicht abgeschreckt hat. Am liebsten hätte ich einmal den ganzen Laden mitgenommen, aber irgendwann sagt das Bankkonto auch nein. 😊

Brücken, Chinatown und Wall Street

Mit den Jungs zusammen habe ich mal einen Tag so Sachen angesehen wie die Brooklyn und Manhattan Bridge, Chinatown oder die Wall Street.

Die zwei Brücken, die Brooklyn mit Manhattan hauptsächlich verbinden, sind einzigartige Gebilde. Die Brücken in Echt einmal zu sehen, war wie mit der Freiheitsstatue: beeindruckend. Wir sind dann eines Abends auch über die Brooklyn Bridge gelaufen, um dann auf der anderen Seite über die Manhattan Bridge wieder zurück zu laufen. Dazwischen sind wir dann auch noch an einem großen Courthouse vorbeigelaufen, vor dem ein ganzer Haufen Reporter versammelt war, die in die Kamera live berichtet haben über einen „Unterfall“ des Epstein-Verfahren. Flo und ich sind dann noch zu Felix nach Brooklyn mit einem Uber gefahren in die Brooklyn Brewery. Felix ist gelernter Brauer und hat mir an dem Abend mit einer Leidenschaft alle Fragen zum Thema Bier beantwortet, die ich ihm gestellt habe. Nachdem die Brauerei aber um 21 Uhr schon geschlossen hatte, sind wir noch in Williamsburg in eine Bar/Pizzeria gegangen. Die Pizza dort war wirklich hervorragen gut, sehr frisch und den Wein den ich dazu getrunken habe, hat perfekt dazu gepasst (mir läuft das Wasser im Mund, wenn ich nur daran denke).

Zur Wallstreet, oder allgemein zum Financial District, kann ich sagen: So glamourös, wie man sich das Vorstellt, ist es auf keinen Fall. Der Bulle, den man ja von vielen Bildern aus New York kennt, steht auch nicht direkt beim Stock Exchange Gebäude, sondern ein paar Straßen weiter, fast schon am Broadway. Vor der New York Stock Exchange steht aber eine kleine Statue von einem Mädchen, das als „Fearless Girl“ bekannt ist. Sie hat die Fäuste in die Seiten gestämmt und steht furchtlos (deswegen fearless) vor dem riesen Gebäude, in dem die wohl bekannteste Börse der Welt angesiedelt ist.

Chinatown hat mir persönlich auch nicht so gut gefallen, da alles schon etwas heruntergekommen und verfallen aussah. Aber der Weg da durch war nötig, um zu Katz’s Delikatessen zu gelangen. Dieser Laden ist weltbekannt für seine Pastrami-Sandwiches, sogar Präsident Clinto hat dort schon mal seine Lunchbreak verbracht. Ich bin von der Qualität von diesem Fleisch nicht enttäuscht worden, diese 25$ waren sehr gut investiert. Ich glaube, ich habe in meinem ganzen Leben noch nie so gutes Fleisch gegessen. Diese Woche habe ich aber nicht nur gute Sandwiches, sondern auch einen guten Tacco gegessen – mit Kaktusfleisch!

Mehr Sightseeing

Was mir auch sehr gut gefallen hat, war das Wachsmuseum von Madame Tussauds. Ich war 2020 in Hamburg schon einmal in einem Wachsmuseum, aber dennoch hat es mich wieder sehr überrascht, wie detailgetreu diese Figuren sind (Nun gut, manche mehr, manche weniger). Jeder Zeh und jeder Finger wurde mit so viel Liebe zum Detail modelliert, und für was? Damit die meisten Leute durch die Ausstellung hecheln und mit jeder Figur schnell ein Selfie machen. Die Betreiber geben sich auch mit dem Design der Ausstellung große Mühe mit Schaltern und Knöpfen die man drücken kann (auch wenn sie nicht immer Funktionieren, der Wille war da).

Am letzten Abend habe ich mich dann mit Zaklina im Hard Rock Café getroffen und haben dort Abend gegessen. Anschließend sind wir nochmal auf den Time Square, um ein paar schöne Bilder zu machen. Eigentlich ist der Time Square nur ein Platz, wo man hingeht, um sich Werbetafeln anzusehen, von Straßenverkäufern angequatscht zu werden oder sich mit Elmos und Elsas für 5$ fotografieren zu lassen. Die große, beleuchtete „2022“ hat man ab diesem Abend dort auch schon bewundern können.

Leider habe ich es nicht mehr geschafft, noch ein Musical am Broadway zu sehen oder in eins der tollen Museen zu gehen. Aber das heißt, irgendwann muss ich halt dann mal wieder nach New York fliegen. 😊 Danke an Konsti, Florian, Felix und Zaklina für die schönen Momente!

Allgemein habe ich in New York aus erster Hand gesehen, wie viele Kulturen aufeinanderprallen. Man steigt in die Subway und hat auf einmal hebräische oder chinesische Schriftzeichen an den Gebäuden der nächsten Station. Diese Unterschiede zu den unterschiedlichen Vierteln waren auch wahnsinnig interessant und irgendwie auch faszinierend.

Und jetzt geht es für mich wieder nach Hause, also, zurück nach Princeton. Ich sitze am JFK International Airport und schau den Leuten zu, die an mir vorbeilaufen. Nach dem Boarden in 44 Minuten werde ich in Washington D.C. wieder landen und dort umsteigen, um abends dann in Charleston wieder zu landen. Dort bin ich gespannt, wie viel mich das Parken von meinem Auto jetzt für eine Woche gekostet hat.

Daheim stehen dann erst mal die Weihnachtsfeiertage an. Wie Weihnachten in Amerika gefeiert wird? Keine Ahnung, aber ich werde es herausfinden und berichten. 😊

 

6 Responses

  1. Hi,
    schöner Blogeintrag, super spannend! 👍👍
    New York ist schon ne ganz große Nummer, for real the city that never sleeps!
    Tipp: Finde ein schöner Gegensatz dazu ist Chicago. Auch große Stadt, aber sauberer, schöner(?), ruhiger, geordneter und ganz anderes feeling.
    Dive in😊

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