Meine erste Zeit im Mountain State war vor allem geprägt von Stress!

Aber von Anfang an:

Nach der kleinen Himmelfahrt per Bimmelbahn von Washington nach Hinton, WV (ja ich weiß, ist bestimmt ganz hinten, hahaha) hat mich mein Host John vom Bahnhof abgeholt und wir fuhren nach Bluefield. Dort wurde mir dann die Familie (Betsy und Lane) vorgestellt und ich durfte Theo, einen PPPler aus dem 35. PPP der ein Austauschsemester in Bluefield macht, kennenlernen. Nach dem wundervollen Abendessen ging es auch direkt ins Bett, da meine Uni am nächsten Morgen um 09:30 Uhr schon anfing.

Theo hat mich freundlicherweise zum Campus gebracht und mir dort einiges gezeigt. Leider ist Informationsweitergabe wohl nicht so die Stärke von meinem College, da als ich ins Gebäude wollte und meine Temperatur gemessen wurde auffiel, dass ich noch keinen COVID-Test hinterlegt habe. Also hab ich meinen Test von vorm Abflug per Mail verschickt und durfte ins Gebäude. Als mich meine erste Lehrerin fragte wer ich bin und dass mein Name nicht auf Ihrer Liste stehe, dachte ich mir erst nichts und habe dem Unterricht gelauscht. (War am ersten Tag echt nicht so interessant, da jeder Instructor nur vorgelesen hat, was dieses Semester ansteht)

Am nächsten Tag wollte ich meinen College Coordinator besuchen und da stellte sich heraus, dass ich noch gar nicht eingeschrieben war! Hat wohl jemand vergessen Infos weiterzugeben… Dann ging es aber erstaunlich schnell, ich wurde eingeschrieben und Accounts für E-Mail und Plattformen wurden allesamt erstellt.

Dann wollte ich mir nachmittags die benötigten Bücher bestellen, aber meine Herren sind die teuer! Kein Buch unter 100$. Theo gab mir zum Glück den Tipp, die Bücher zu leihen, also gesagt getan. Und so wurden aus 100$ pro Buch nur knappe 20$ pro Stück. Kein Wunder, dass junge Amerikaner so verschuldet sind, wenn Sie neben den horrenden Studiengebühren (Bluefield State würde mich normalerweise pro Semester 7.600$ kosten) und Ihrem Lebensunterhalt auch noch pro Semester mehrere Hundert Dollar für Bücher ausgeben müssen.

Samstags hat mich John zu einem Aussichtspunkt über Bluefield mitgenommen.

Hier ein schöner knapp 60 km Ausblick

Sonntags stand dann natürlich der Kirchgang an. Zum Glück ist hier vor der Kirche die Sonntagsschule, was den Gottesdienst erst um 11 Uhr beginnen und mich einen entspannten Morgen haben lässt. Alles in allem sind Gottesdienste hier deutlich entspannter als in DE, er dauert eine knappe Stunde und besteht aus nem bisschen singen, beten und aus der Bibel vorlesen. Danach geht es immer mit der gesamten Familie essen (irgendwas muss meine jetzt so herausragende Gläubigkeit (Hust) (es wird auch vor jedem Abendessen gebetet) ja ausgleichen.

Die letzte Woche (die erste volle inmitten von Bergen) war ziemlich entspannt. Ich musste zwar die ersten Sachen einreichen und ein paar Quizze machen (die werden benotet :D), aber alles in allem habe ich echt viel Freizeit. Und das obwohl ich mit meinen 15 Credits eigentlich mehr als Vollzeit studiere. Außerdem mag ich das System hier wie benotet wird, man schreibt nicht wie in DE eine große Arbeit und dann Do or die, Nein hier hat man Hausaufgaben, mehrere Klausuren, Quizze und manchmal sogar einfach nur Attendance (dein körperliches Vorhandensein 😉 ) was alles benotet wird. Es ist also deutlich einfacher eine gute Note zu bekommen und gleichzeitig auch um einiges fairer.

Am letzten Samstag hab ich John bei einkaufen Gesellschaft geleistet (obwohl recht viel dort gekauft wird, hasst er Walmart). So konnte ich amerikanische Einkaufswelten erleben. Also zuerst einmal kann man alles und zwar wirklich alles (Waffen & Munition, Fahrräder, Autoreifen, Duschen, Fernseher und „normales Supermarktzeug“) in einem großen Supermarkt wie Walmart kaufen. Außerdem wird einem alles vom Kassierer in Plastiktüten eingepackt, sodass folgendes Bild für einen noch kleinen Einkauf entstand:

Plastik? Welches Plastik?

Danach sind John und ich noch zu einem Freund (gleichzeitig der Musikmensch der Kirche) von Ihm nach Bramwell gefahren. Harold hat uns dann seinen wirklich wundervollen Garten gezeigt, in welchem er so ziemlich alles anpflanzt. Kürbisse, Zucchini, Tomaten, Äpfel, Kartoffeln einfach alles. Um uns ein wenig abzukühlen haben wir danach ein hausgemachtes Eis in einem Diner gegessen (Hab davon kein Foto, aber dass Diner war so cool, dass ich da definitiv wieder hinfahren werde.). Auf dem Rückweg nach Bluefield haben wir noch halt am kleinsten Nationalpark West Virginias gemacht, um den Pinnacle Rock zu besteigen (ein 40 Meter hoher Stein).

Hier der View von Pinnacle Rock

Ansonsten habe ich ganz entspannt 67 Dollar ausgegeben, damit meine Unterlagen zum Eintragen ins Wählerverzeichnis auch rechtzeitig ankommt (deutsche Bürokratiezeugs und so…). Meine Meinung und Stimme ist mir also 67 wert, erstaunlich wie billig eine Stimme ist. ;D

Categories:

Tags:

No responses yet

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.