Als Brauer mit dem Parlamentarischen Patenschafts-Programm ein Jahr in den USA

Vom Inntal ins Flathead Valley

Für ein ganzes Jahr einen Koffer packen. Gar nicht so einfach. Quasi ein Umzug, allerdings nur mit 23 kg. Grob sieht das dann folgendermaßen aus:

Bei der normalen Alltagskleidung habe ich relativ viel wegrationalisiert, ich werde mich wahrscheinlich eh recht gut mit College-Pullis, Brauerei-T-Shirts etc. eindecken. Bergausrüstung musste natürlich mit, wenn man schon mitten in den Rockies platziert ist, die Schuhe muss ich allerdings nachschicken lassen, das war dann doch zu viel Gewicht. Da es in Montana doch recht frisch im Winter wird, ist natürlich auch eine Daunenjacke und einige Paar Premium-Stricksocken der Luxusmarke „Oma“ dabei. Die Schwergewichtler Mamiya 645 super (Mittelformatkamera), Kunze (Nachschlagstandardwerk für Brauer), Lederhose und Klarinette runden das Ganze dann ab.

Am 08.08. ging es dann los mit dem Zug nach Frankfurt, quasi direkt im Anschluss an ein bäriges Weinfest in Nockl, dessen Besuch ich am Vorabend zum Abschluss nochmal sehr genossen habe.

Da ein großer Teil der anderen 72 PPPler ebenfalls bereits ein oder zwei Tage vor Abflug anreiste, hatten wir natürlich eine Mordsgaudi und es war sehr unterhaltsam und interessant sich mit allen auszutauschen.

Punktlandung. 1 kg über dem Maximalgewicht, ab 1,1 kg drüber zahlt man.

Am 10.08. war es endlich soweit, es ging ab nach Washington, DC. Für diejenigen, die wie ich bereits Stipendiaten des 37. PPP waren, hatten über 2 Jahre an Wartezeit seit der ursprünglichen Bewerbungsphase ein Ende. 

Für mich war das fast ein bisschen ein surreales Gefühl. Vor wenigen Monaten noch habe ich es eigentlich innerlich ziemlich abgeschrieben, dass das Programm dieses Jahr stattfindet. Diesen Text schreibe ich aber gerade im Landeanflug auf Chicago. Hammer.

Nachdem wir gestern in Washington angekommen sind wurden wir nach der Einreisekontrolle gleich von Max und Daniel, unseren wichtigsten Ansprechpartnern/Organisatoren für dieses Jahr, empfangen und es ging per Shuttle für eine recht kurze Nacht in ein Hotel. Normalerweise würden jetzt ein paar Tage Einführungsseminar in D.C. auf dem Programm stehen, daraus wurde wegen Corona nichts und deswegen bekommen wir die wichtigsten Infos zu Krankenversicherung und so per Zoom-Meeting nächste Woche, naja. Aber wenn alles gut läuft kommen wir alle wieder in der zweiten Januarwoche in die Hauptstadt zum Zwischenseminar. 

Einige andere und ich starteten heute bereits um 3:45 Uhr wieder zurück zum Flughafen und nun geht es ab nach Westen, um 11:42 Uhr sollte ich dann in Kalispell, MT ankommen.

… 

Der Weiterflug ab Chicago lief leider nicht ganz problemlos (kaputter Reifen) und deswegen bin ich erst 2 Stunden später in Kalispell gelandet, wo ich von meinen Gasteltern Karen und Mike, sowie meiner College-Koordinatorin Gerda empfangen wurde. Wir waren dann gleich eine SIM-Karte mit entsprechendem Tarif (40$ pro Monat, leider nicht so billig wie in Deutschland) besorgen und sind zum College, wo ich eine ausführliche Tour bekommen habe. Macht einen super Eindruck, allerdings war noch nicht viel los, da das Semester erst übernächste Woche losgeht. 

Anschließend sind wir zu Karen und Mikes Haus gefahren, es gab Abendessen und da ich diesen Text jetzt auch fertig habe, geht’s jetzt ab ins Bett.

Toller Ausblick von der Terrasse, nur leider etwas trüb, die Berge sind kaum zu erkennen. Waldbrände.