#4 M I Z Z O U

Letztes Wochenende durfte ich dank meiner großartigen Hostparents einmal so richtig miterleben, was es heißt in den USA an einer Universität studieren beziehungsweise am Campusleben teilhaben zu dürfen. Meine Hostmum hat mir Tickets für das Homecoming Footballspiel an der „University of Missouri“ (MIZZOU) geschenkt. Das ist auch die Universität, an der meine Gasteltern studiert und sich kennengelernt haben.

 

Natürlich machte ich mich nicht allein auf den Weg nach Columbia, MO, wie immer war meine StLou-Gang mit dabei. Da Julie (Hostmum) nicht nur eine, sondern gleich vier der heiß begehrten Karten ergattern konnte, durfte ich noch eine weitere Person mit einpacken. Aus diesem Grund machte sich der liebe Konsti auf den Weg von Kansas nach Missouri.

 

Schon vor Reiseantritt durfte ich einmal wieder eine Strapaze ausbügeln. Bei der Hotelbuchung ist natürlich NICHT alles glatt gelaufen, sodass anstatt ein Zimmer für vier Personen nur eins für zwei reserviert wurde. Nach langen hin und her telefonieren konnten wir das Hotel davon überzeugen, uns einfach zu viert in das Zimmer zu lassen.

 

Mit zwei Isomatten im Gepäck machten wir uns dann gut zwei eindreiviertel Stunden auf in den Westen. Eigentlich dauert die Fahrt nur gut eineinhalb Stunden, jedoch haben wir uns dafür entschieden einen Zwischenstopp in Hermann einzulegen. Eine kleine Stadt, welche von deutschen Einwanderern besiedelt wurde und noch heute mit sehr viel deutscher Tradition daherkommt.

 

Den ersten Teil des Tages haben wir genutzt, um den riesengroßen Campus der University of Missouri zu besichtigen. Dort gibt es wirklich alles, was ein Student benötigt, um ein glückliches und zufriedenes Studentenleben zu führen. Schon allein das Recreational Center ist ein Traum. Es gibt nicht nur 10 Basketballfelder, sondern auch einen Yogaraum, einen Kickboxingraum, einen Spinningraum, eine Kletterhalle, …und als ob das nicht genug wäre gibt es außerdem noch eine riesige Therme, um einmal richtig vom Studium abzuschalten zu können. Dieser Campus … einfach ein Traum.

 

Am späten Nachmittag machten wir und dann auf nach Greek Town.  Dieses Gebiet am Campus sieht aus wie eine Kleinstadt, jedoch besteht es nur aus Studentenverbindungen. Unzählige Villen mit griechischen Buchstaben die die Namen der Schwesterschaften beziehungsweise Brüderschaften darstellen. Ich dachte nicht wirklich, dass alles real ist, was in den amerikanischen College Filmen gezeigt wird. Jedoch wurde ich an diesem Wochenende vom Gegenteil überzeugt.

 

Als es dunkel wurde kamen die ganzen ‚House Decorations‘ der Studentenverbindungen erst richtig zur Geltung. Es ist eine langjährige Tradition die Häuser zu einem bestimmten Thema zu dekorieren und Spiele vorzubereiten. Dieses Jahr haben sie sich voll und ganz Videospielen gewidmet, es gab alles von Mariokart bis Angry Birds.

 

Samstag machten wir uns bereits um 9:00am auf den Weg zur Mizzou-Parade. Diese bestand aus allen möglichen Vereinigungen und Studentenverbindungen. Wie bei uns an Fasching wurden Wägen präsentiert und Süßigkeiten ausgeschmissen. Bevor das Homecoming-Footballgame gestartet hat durften wir das erste Mal ‚Tailgaiting‘ erleben. Alle Football begeisterten Fans kommen mit ihrem halben Hausstand zum Stadion. Grill, Pavillons und Campingstühle dürfen dabei nicht fehlen. Einer der Fans, dessen Tochter in Mizzou studiert, hat uns herzlich eingeladen. Wir konnten einmal wieder ein paar sehr interessante Gespräche mit den Amerikanern führen und haben ein unvergessliches erstes Tailgaiting erleben dürfen.

 

Um 3:00pm ging es endlich zu meinem ersten richtigen Footballspiel. Die Mizzou Tigers spielten gegen North Texas. Nach einigen Touchdowns, welche dort mit Kanonenschüssen und von der Army mit Liegestützen zelebriert werden, hat die Missouri University sehr hoch gewonnen.

 

Ein ereignisreicher Kurztrip ging zu Ende. Mit vielen neuen Erfahrungen und ein paar aufschlussreichen Momenten haben sich die USA einmal wieder von ihrer besten Seite gezeigt und mir wieder einmal mehr das Gefühl gegeben, wie einzigartig ein Land sein kann.

Eine Antwort

  1. Hallo Celina,
    hab mich wieder sehr gut unterhalten gefühlt! Man spürt Deine Begeisterung, den Drang zu erleben und das Interesse das erlebte „mitzunehmen“! Ich hatte Bilder vor Augen, von den Villen der Studenten, von den Dekorationen an ihnen und auch das Tailgaiting, ich war dabei!
    Die Kleinstadt Hermann hat Dich anscheinend nicht so begeistern können!? Schade! Ich hatte mal ne weißrussische Freundin, deren Mutter hatte nach über 300 jähriger deutscher Abstinenz, immer noch einen schwäbischen Dialekt! Das hat mich begeistert! Dort war es eigentlich verboten deutsch zu reden! Sie hatten dennoch Kirchweih, Maibaum und dergleichen! Aus dem Grund hat mir da a bissl wos gfahlt!
    Gruß Dieter

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